Saarschleife_Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig
Wandern im Naturpark auf dem Saar-Hunsrück-Steig_1

Die Saar entspringt am Donon in den Vogesen im Elsass in zwei Quellflüssen und fließt durch Lothringen und das benachbarte Saarland durch den Naturpark Saar-Hunsrück bis zur Mündung in die Mosel bei Konz.

Die Saar ist schon lange kein natürlicher Fluss mehr. Im Mittelalter diente die Saar als Handelsweg zwischen Saarbrücken und Trier. Vor allem die Flößerei spielte zu dieser Zeit eine große Rolle. Mit dem Kohleabbau im saarländischen-lothringischen Grenzgebiet gewann die Saar als Transportweg für Kohle zunehmend an Bedeutung. Der Fluss wurde bis zur Mosel für größere Schiffe schiffbar gemacht gemacht und wandelte sich vor allem in den letzten 20 Jahren von einem noch weitgehend freifließenden Fluss zu einem staugeregelten Gewässer. Drei Staustufen (Rehlingen, Mettlach, Serrig) das Wehr in Schoden und die Schleuse in Kanzem regeln den Abfluss der Saar im Bereich des Naturparks Saar-Hunsrück bis in die Mosel. Das Untere Saartal ist gekennzeichnet durch das tief eingeschnittene Flusstal mit seinen zum Teil steilen Hängen. Umlaufberge und -täler sowie zahlreiche Mäander der Saar (die Saarschleife bei Mettlach und die Saarschleife bei Hamm) geben der Landschaft einen malerischen Charakter. Der Ausbau der Saar zur Großschifffahrtsstraße wurde von erheblichen Eingriffen in die Natur und Landschaft der Saaraue in Form von Ausgleichsmaßnahmen begleitet. Die Naturlandstiftung Saar hat sich verpflichtet die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der noch verbliebenen Altarme - wertvolle Restlebensräume in der umgewandelten Saaraue - zu übernehmen. Altarme Schwemlingen, Niedmündung, Beckingen, Rehlingen II und III sowie der sogenannte "Ökosee" bei Dillingen wurden in die Obhut der Naturlandstiftung übertragen. Die Saaraltarme sind für den Naturhaushalt und den Artenschutz in der Saaraue von besonderer Bedeutung. Sie sollen als charakteristische Elemente der Flussaue und als wertvolle Restlebensräume mit den wertvollen Biotopen und Lebensgemeinschaften entlang der ausgebauten Saar gesichert, erhalten und optimiert werden. Durch den technischen Ausbau der Saar zu einem staugeregelten Gewässer hat der Fluss seine natürliche Dynamik auf Dauer verloren, da ein freies Mäandrieren, das typisch für den Mittellauf der Saar wäre, verhindert wird.

Der ca. 1 km lange und durchschnittlich 50 m breite Altarm Schwemlingen liegt links der Saar auf Höhe der Ortslagen Besseringen und Schwemlingen und ist direkt an die Saar angebunden. Der Saaraltarm ist vor allem für den Arten- und Biotopschutz (Wasservegetation Flora und Fauna) und aus tierökologischer Sicht für die einzelnen untersuchten Artengruppen von Bedeutung. Bisher wurden 115 Vogelarten nachgewiesen, wovon 46 Arten zu den Brutvögeln gehören. Über 40 % der nachgewiesenen 115 Vogelarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Besonders hoch ist der Anteil der Durchzügler, die rund ein Drittel der nachgewiesenen Vogelarten darstellen.

Durch den Schleusenbetrieb der Staustufe Rehlingen kommt es aufgrund der Schwankungen des Wasserspiegels der Saar über das Durchlassrohr zu einem regen Wasseraustausch zwischen Saar und Altarm. Biotopgestaltende Maßnahmen wie Anlage zahlreicher Kleingewässer und Tümpel sowie eine Steilwand als Ersatz für die am Saarufer zerstörten natürlichen Uferabbrüche (Brutplatz für Uferschwalbe und Eisvogel) wurden im Zuge der landschaftspflegerischen Begleitplanung zum Saarausbau angelegt. Beeindruckend ist der Fischbestand der Altarme Rehlingen II und III mit Zander, Hecht, Karpfen, Schleien, Brachsen, Rotaugen, Rotfedern, Barsch und Kaulbarsch (bestandsbedroht). Die früher typischen Wasserpflanzenbestände des Altarms wurden leider durch den Graskarpfen aufgefressen. Der Altarm wurde als Fischschonbezirk ausgewiesen. Fischfang und Störungen, die die Fortpflanzung und den Bestand der Fische gefährden, entfernen und schädigen der Wasserpflanzen, Besatzmaßnahmen mit Fischen, Baden, Befahren mit Booten sowie Ausübung von Eissport sind ganzjährig verboten. Der Wiltinger Saarbogen zwischen Schoden und Hamm ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dem weitgehend naturnahen Flussabschnitt kommt aufgrund seiner Einzigartigkeit an der unteren Saar und wegen seiner ökologischen hochwertigen Funktion eine besondere überregionale Bedeutung, insbesondere für den Biotop- und Artenschutz, zu.


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