Mobile Bienenerlebniswelt

Mobile Bienenerlebniswelt zum Anfassen und Erkunden

Das Bienenmobil leistet einen wichtigen Beitrag für das Verständnis und das Bewußtsein für Honig- und Wildbienen und ist somit für die biologische Vielfalt und Erhaltung unserer Landschaft ein wichtiger Werbeträger. Denn Bienen, Hummel & Co. sind unersetzlich für unsere Nahrungsmittelversorgung. Durch die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen wird den Nahrungspflanzen zu Blüte und Frucht verholfen. Eine blütenreiche Bienenweide bietet Nahrung für Insekten und sichert uns die Ernte von Früchten, Gemüse und Ölpflanzen, regional und saisonal.

Mit Hilfe der mobilen Bienen-Erlebniswelt wollen wir die örtliche Bevölkerung, Schulen und alle Nutzergruppen im Naturpark Saar-Hunsrück informieren und mit dem Thema vertraut machen, sensibilisieren und überzeugen.
Neben den Honigbienen sind auch die weiteren Wildbestäuber sehr wichtig. Vor allem Wildbienen, aber auch Fliegen, Käfer und Schmetterlinge zählen dazu.
Die Bestäbung leisten vorwiegend Wildinsekten. Sie besuchen ihre Blüten auch bei ungünstiger Witterung und zu anderen Tageszeiten als die Honigbiene. Daher können optimale Erträge vor allem durch die Wildbestäubung und die vom Menschen gepflegten Honigbienen erzielt werden.

Die mobile Bienenerlebniswelt zeigt was ein Imker alles zu leisten hat, wie das Leben einer Honigbiene sich gestaltet und welchen besonderen Schutz die Wildbienen, die keine Staaten bilden und keinen Honigvorrat anlegen, benötigen. Auf Schautafeln, Fotowänden kann der Besucher sich informieren und mit Hilfe einer Bienenbrille in das Leben einer Bienen eintauchen. An Hand einer Honigschleuder wird die Gewinnung des Honigs demonstriert und auch Fotobeutedarstellungen zeigen die unterschiedlichen Verarbeitungsschritte von der Wabe bis ins Honigglas. Das Bienenerlebnis-Infomobil möchte dazu beitragen auch in Zukunft eine Naturpark-Landschaft mit Bienen zu gewährleisten. 

Wir möchten nicht nur dem Verschwinden der Streuobstbestände entgegenwirken, sondern auch unsere Naturpark-Landschaft als regionaltypischen Lebensraum mit regionalen Produkten erhalten. Hierbei spielt die Honig- und Wildbiene eine besondere Rolle. Was jeder einzelne Naturpark-Bewohner für die Erhaltung der Lebensräume dieser wichtigen Nutztiere tun kann, dazu möchte der Naturpark mit Hilfe des Bienenmobils anregen. Eine blütenreiche Bienenweide oder natürliche Nisthilfen der Wildbestäuber in Totholz, Hecken, im Boden oder in gebauten Insektenhäusern stellen bereits einen Schutz für diese Insekten dar.

Das Bienenmobil kann von Imkern, Obst- und Gartenbauvereinen, interessierten Lehrern oder fachkundigen Personen für eine Informationsveranstaltung oder sonstige Thementage ausgeliehen werden. Interessierte Personen wenden sich bitte an das Naturpark-Informationszentrum Weiskirchen, Telefon 06872/921261 oder an die Naturpark-Geschäftsstelle in Hermeskeil 06503/9214-0. 

Hintergrund:

Viele Obstarten sind für einen wirtschaftlichen Fruchtansatz auf die Bestäubung der Blüten angewiesen. Sie ist die Basis für einen guten Fruchtansatz und spielt für die Fruchtqualität eine bedeutende Rolle.
Ferner beeinflusst die Bestäubung durch die Zahl der gebildeten Samen und deren Verteilung z. B.  im Kerngehäuse die Form des Apfels.

Rein technisch ist die Bestäubung die Übertragung der Pollen (männliche Erbinformation) auf die Empfangsorgane (Narbe) der Blüte. Geeignete Pollen keimen dort aus und transportieren die Erbinformation zur Eizelle im Fruchtknoten. Nach deren Verschmelzung kann sich der Embryo bis hin zum Samen bilden. Die Entwicklung des Samens ist bei unseren Obstgehölzen die Voraussetzung für die Fruchtbildung.

Insekten übernehmen Transport von Pollen

Bis auf wenige Ausnahmen wie Wal- oder Haselnüsse sind unsere Obstarten auf einen Pollentransport durch Tiere eingerichtet. Die Blüten bieten für die Insekten Nahrung in Form von Nektar und Pollen. 

Gezielt werden Insekten im Blühzeitraum der Obstart zur Bestäubung in die Obstanlage gebracht. So wird die natürliche Insek­tendichte erhöht. Dies geht am einfachsten mit staatenbildenden Arten wie Honigbiene und Hummel. Aber auch über einen konsequenten Populationsaufbau von solitär lebenden Wildbienen wie Mauer- oder Holzbiene ist dies möglich.