Gewaesser Ill
Wandern im Naturpark auf dem Saar-Hunsrück-Steig_1

Die Ill ist ein Mittelgebirgsbach, der in Marpingen-Urexweiler entspringt und zwischen Eppelborn-Bubach-Calmesweiler und der Stadt Lebach in die Theel mündet. In den 1990er Jahren wurde der Zweckverband Illrenaturierung gegründet, der die Landschaft um die Ill und die Nebenbäche so naturnah umgestaltet hat, dass Biber und viele andere verloren geglaubte Tierarten wieder angesiedelt werden konnten. Angenagte Weiden bezeugen, dass Biber auch in Dirmingen, dem zum Naturpark Saar Hunsrück gehörenden Teil des rund 1100 ha großen Naturschutzgebietes "Täler der Ill und ihrer Nebenbäche", Spuren hinterlassen hat. Im Jahr 1992 wurden die Ill und ihre Nebenbäche in ein Förderprogramm des Bundes für gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzgroßvorhaben aufgenommen. Zur der Durchführung des "Gewässerrandstreifenprogramms Ill" wurde der Zweckverband Illrenaturierung gegründet, der sich aus den Gemeinden Eppelborn, Illingen, Marpingen und Merchweiler sowie der Naturlandstiftung Saar zusammensetzt. Rund 17,5 Mio. EUR (75% von Bund, 15% von Land, 10% von den Zweckverbandsgemeinden) standen zur Abwicklung des Großprojektes bis Mitte 2005 für die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans, den Grunderwerb, für den die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) in St. Wendel mit ihrer Erfahrung und ihrem großen Sachverstand gewonnen werden konnte und für die Biotop lenkenden Maßnahmen zur Verfügung. Auf rund 150 km Fließgewässer addieren sich die Gewässerlängen von Ill, Alsbach und den anderen Nebenbächen. Die Gesamtgröße der daran angrenzenden Kerngebietsflächen ergibt rund 1.100 ha, das gesamte Einzugsgebiet beträgt 125 km². Beim Ill-Projekt geht es um eine Renaturierung von der Quelle (395 m) bis zur Mündung (bei 220 m) sowie den 42 ständig Wasser führenden Zuflüssen. Folgende Ziele werden verfolgt: die Durchgängigkeit für Gewässerorganismen (wieder-)herzustellen, die weitgehend uneingeschränkt ablaufende Eigendynamik zuzulassen, die auf den angrenzenden Flächen noch stattfindende Nutzung nach naturschutzfachlichen Maßstäben durchzuführen, die Wasserqualität mindestens bis zur Gütestufe II zu verbessern, angrenzende Aueflächen, wo immer möglich, zu vernässen und ihre Retentionsfunktion zu erhalten und zu verbessern. Um diese Ziele zu erreichen, wurden rund 500 Biotop lenkende Maßnahmen durchgeführt wie z. B. der Umbau von Wehren, der Ersatz von Rohrdurchlässen durch Holzbrücken oder Furten, das Umgestalten von Teichen und auch die Extensivierung der Landwirtschaft. Solche hochgesteckten und anfangs sicher auch von manchen Fachleuten als zu hoch eingestuften Ziele sind jedoch fast immer nur dort realisierbar, wo sich Kerngebietsflächen im Eigentum des Zweckverbandes befinden. Das Instrument dazu ist der Grunderwerb. Es konnten rund 900 ha an Kernbereichsflächen in das Eigentum des Zweckverbandes übergehen. Um solch ein umfangreiches Projekt in einem relativ dicht besiedelten Raum zum Erfolg bringen zu können, bedurfte es aber auch einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit. Dabei spielte die Wiedereinbürgerung der Biber im Jahr 1994 als herausragender Sympathieträger eine entscheidende Rolle. Die Ill und der Biber (Castor fiber) sind inzwischen im Saarland zu einem Synonym geworden. Auch in Dirmingen sind die Biber heimisch geworden. Der Biber ist die Hauptattraktion der vielen naturkundlichen Führungen, die der Zweckverband Illrenaturierung in Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Naturwacht veranstaltet. Wieder beheimatet in der Ill sind Bachforelle (Salmo trutta forma fario), Mühlkoppe (Cottus gobio) und Bachneunauge (Lampetra fluviatilis). Auch Eisvogel und Wasseramsel sind hier wieder zu Hause. Die Ufervegetation mit Mädesüß (Filipendula ulmaria), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Sumpfdottblume (Caltha palustris) und Pestwurz (Petasites hybridus) zeigt eine positive Entwicklung des Gewässers an.

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